„Zur Zukunft des Gymnasiums – eine pädagogische und gesellschaftliche Standortbestimmung“
In der nachfolgend publizierten Rede äußert sich die Politikerin, die u.a. als ehemalige Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung sieben Jahre der NRW-Landesregierung angehörte, dezidiert zu aktuellen bildungspolitischen Konfliktfeldern.
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Dokument 11 - Stellungnahme vom 10. August 2007, verfasst von 24 Unterzeichnerinnen/Unterzeichnern zur bildungspolitischen Position des SPD-Landesvorstandes NRW (Leitantrag für den bildungspolitischen Parteitag am 25.8.2007 (Dokument 4 am Seitenende)). Die Zeitung Neue Westfälische bezieht sich in einem Leitartikel und Kommentar vom 14. August auf die Stellungnahme. Am 11. August erschien, ebenfalls in der NW, ein Gastbeitrag der Professoren Hurrelmann und Rösner. Darin wird deutlich, dass sich Prof. Rösner, ein wichtiger Referenzgutachter für die Gemeinschaftsschule im Sinne des SPD-Landesvorstandes, auf das Zwei-Wege Modell zubewegt hat.
wir schreiben Ihnen und Euch als SPD-Mitglieder, die über Jahrzehnte mit unserer Partei verbunden sind und ihre Arbeit an ganz unterschiedlichen Stellen mitgestaltet haben, oder als Bürger, die über Jahre hinweg die Entwicklung der SPD mit Sympathie und Offenheit begleitet haben. Wir alle arbeiten im Bildungsbereich und sind in der Schul- bzw. Seminarleitung oder in anderen Funktionen in Gymnasien oder Studienseminaren tätig. Unsere Intervention beruht auf diesen Erfahrungen und der langjährigen Beobachtung der Entwicklung in dieser Schulform, aber auch in den anderen Schulformen sowie der bildungspolitischen Diskussion zur Schulstruktur insgesamt.
Wir haben mit Sorge die Diskussion um die bildungspolitische Neuorientierung der nordrhein-westfälischen SPD in den letzten Monaten im Hinblick auf die Reform der Schulstruktur in der Sekundarstufe I verfolgt. [...]
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Gemeinschaftsschule vs. Dreigliedrigkeit - Zur Seriosität von Heilslehren
Gliederung des Vortrages:
| 1. | Zur Notwendigkeit einer Schulstrukturdebatte: Gesellschaftliche Trends und Problemlagen |
| 1.1. | Die normative Perspektive: Bildungsgerechtigkeit |
| 1.2. | Die bildungsökonomische Perspektive: Qualifikationsniveau |
| 1.3. | Die demografische Perspektive: Schülerrückgang |
| 2. | Wissen und Ideologie: Empirische Befunde zur Schulstrukturfrage |
| 3. | Kritik der wechselseitigen Blockade: Politische Positionen in NRW zur Schulstrukturfrage |
| 3.1. | Begabung als Ideologie - zur Position der CDU/FDP-Regierung |
| 3.2. | Integration als Rettungsanker: zur „neuen“ (alten) Position der SPD (und zur alten der Grünen) |
| 4. | Der historische Kompromiss: Mehr als nur eine Hilfslösung |
| 5. | Was bleiben muss und wird: Zukunftsfähige Traditionen des Gymnasiums |
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Das "Zwei-Wege-Modell" wurde bereits im Jahr 2004 auf einem Landesparteitag der SPD-Saar beschlossen. Der SPD-Landesparteitag, der vor der diesjährigen Sommerpause stattfand, hat das "Zwei-Wege-Modell" mit überwältigender Mehrheit bestätigt. In einem Positionspapier legte Reiner Braun im August nochmals zentrale bildungspolitische Zielsetzungen seiner Fraktion dar. Im nachfolgenden Interview äußert sich der SPD-Bildungsexperte ebenfalls zur Gemeinschaftsschule.
schulstruktur.com: Erläutern Sie bitte, warum Sie eine Neu-Positionierung im Saarland in der Schulstrukturdebatte zum gegenwärtigen Zeitpunkt für nötig halten?
Reiner Braun: So neu ist diese Positionierung nicht. Bereits in unserem "Regierungsprogramm" für die Legislaturperiode 2004-2009 haben wir uns für das "Zwei-Wege-Modell" ausgesprochen. Bereits 1996, als die Sozialdemokraten an der Saar noch die Regierung stellten, ist es uns gelungen, die verfassungspolitische Absurdität "Hauptschulgarantie" zu beseitigen. In keinem Land besuchten damals so wenige Schüler diese Schulform, nämlich weniger als 8% eines Jahrgangs. Entscheidender aber war, dass die Schülerschaft der Hauptschule gewissermaßen eine homogene Problemgruppe darstellte. Unter den Bedingungen von Anregungsarmut, sozialer Isolation und gesellschaftlicher Deklassierung konnte die pädagogische Aufgabe der Förderung nicht gelingen. [...]
schulstruktur.com: Angenommen, es fänden sich politische Mehrheiten für Ihre Vorstellungen. Wie könnte die saarländische Schulstruktur im Jahre 2020 aussehen?[...]
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Dokument 2 - Brief von Dr. Peter Pahmeyer an die SPD-Landesvorsitzende NRW vom 5. Mai 2007. Eine bessere Bildung für alle – Gemeinschaftsschule NRW Liebe Hannelore Kraft, in der NRW-Beilage unserer
Mitgliederzeitung Vorwärts 05/2007 las ich, dass der Landesverband unserer
Partei eine Kampagne zur Bildungspolitik durchführt, die sich die Forderung
nach einer Gemeinschaftsschule zu eigen gemacht hat, nachdem in der letzten
Periode sozialdemokratischer Regierungsverantwortung in der
Schulstrukturdebatte von ministerieller Seite kein Richtungsweisender Beitrag
zu vernehmen war. So sehr ich mir zum damaligen Zeitpunkt eine Enttabuisierung
der Diskussion im Sinne integrativer Bildungswege erhofft hätte, so sehr
wünsche ich mir nun, in der Opposition, eine entideologisierte Diskussion, die
innerparteilich fair und mit konstruktivem Gespür für realisierbare Lösungen
die Meinung der Betroffenen sowie die regionalen Realitäten einbezieht. Ich finde es ungeschickt,
dass der SPD-Landesvorstand vor Beschlussfassung auf einem Landesparteitag im
Rahmen öffentlicher Foren (s)eine Meinung diskutieren lässt, obwohl innerparteilich
noch kein Konsens auf einem Landesparteitag herbeigeführt worden ist. Zudem
halte ich es für den Prozess der Entscheidungsfindung nicht förderlich, dass
ihr euch im Vorfeld bereits strikt auf ein Modell festgelegt habt! [...] Gesamtes Dokument zum:
Dokument 4 - Leitantrag des NRW Landesvorstandes der
SPD zum Bildungspolitischen Parteitag am 25. August 2007
SPD-Leitantrag Während die CDU/FDP-Regierung in Düsseldorf hartnäckig an
der traditionellen Schulstruktur festhält und den Akzeptanzverlust der Hauptschule immer noch zu verhindern
glaubt, will die SPD-Führung unter Hannelore Kraft und Ute Schäfer, auf die
Unterstützung der Grünen bauend, für den Fall einer Regierungsübernahme die so
genannte Gemeinschaftsschule „flächendeckend
und verbindlich“ einführen. In ihrem Leitantrag zum Landesparteitag heißt
es u.a.: „Deshalb streben wir in der langfristigen Perspektive ein vollständig
integratives System an, das bis zum ersten qualifizierenden Abschluss am Ende
der Sekundarstufe I führt.“ Da diese
Pläne mit der
nordrhein-westfälischen
Landesverfassung, die die Hauptschule „als Pflichtangebot“ vorsieht, gegenwärtig nicht vereinbar sind,
setzt die SPD auf die Gemeinschaftsschule nach folgenden Prinzipien:
- Die Gemeinschaftsschule nimmt die
Schüler nach der Grundschule auf und ist bis zur Klasse 10 für deren
Bildungserfolg verantwortlich. Am Ende der Klasse 10 können alle
Bildungsabschlüsse der Klasse 10 erreicht werden. - In den Klassen 5 und 6 findet für
alle Kinder ein gemeinsamer Unterricht statt.
- Ab Klasse 7 kann nach gemeinsamer
Entscheidung der Schule, der Schulträger und der Eltern beispielsweise ein
vollständig integrierter Unterricht angeboten werden oder eine Differenzierung
in Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialklassen erfolgen. - Die Gemeinschaftsschule hat eine
gemeinsame Schulleitung und ein gemeinsames Kollegium. (Oben-stehende Aufzählung ist wörtlich zitiert aus dem Antrag
A1 des Landesvorstandes der NRW-SPD zum Außerordentlichen Landesparteitag am
25.08.2007 in der Jahrhunderthalle Bochum)
Mit geringfügigen Änderungen wurde dieser Antrag mit großer Mehrheit auf dem Parteitag angenommen. Den offiziellen Text sowie die offizielle Position der Landes-SPD finden Sie auf der folgenderWebseite. Gesamtes Dokument zum: