![]() | Zitat des Monats "Der Bürgerstaat ist nicht bequem. Er braucht Leistung." (Willy Brandt) |
Die Schulstruktur steht weiter auf dem Prüfstand. Besonders das zwischen den großen Parteien über viele Jahre verhängte Schweigegebot über mögliche Alternativen gehört der Vergangeneit an.
Der Wille zur Preisgabe dogmatischer Bastionen im Wettstreit integrativer und gegliederter Schulstrukturen hat bundesweit an Einfluss gewonnen. Das zeigt der jüngste Schulkonsens von SPD, CDU und den Grünen in Düsseldorf. Mündet der sinnlose "Kulturkampf" um Glaubenssätze zum 'einzig wahren Schulsystem', der allein auf dem Rücken von Schülern, Lehrern und Eltern ausgetragen wird, nun endlich in einen argumentativen Wettstreit um die Frage, wie die Qualität und Wertschätzung unseres öffentlichen steuerfinanzierten Schulsystems gewahrt und verbessert werden kann?
Gerade dieses öffentliche Schulsystem gilt es dauerhaft attraktiv, international sowie qualitativ konkurrenz- und damit zukunftsfähig zu machen. Eine Egalisierung, Standardsenkung und das Kleinreden von Leistungsanforderungen nützt jedenfalls nur jenen geschäftsmäßigen Anbietern, die Bildung und Erziehung zur hochpreisigen Ware machen wollen.
Dieses ideologische Ziel scheint nun ebenso dauerhaft vom Tisch wie der Verfassungsrang der Hauptschulen. Warum das starre Festhalten am Bestehenden ebenso in eine bildungspolitische Sackgasse führen musste wie der per Gerichtsentscheid gestoppte Modellversuch Gemeinschaftsschule nach dem Koalitionsvertrag der rot-grünen Minderheitsregierung, darüber können Sie auf schulstruktur.com auch rückblickend Informationen und Meinungen finden.
Schulstruktur.com wollte in den vergangenen Jahren jenen Stimmen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Publizistik und dem Bildungswesen Gehör verschaffen, die bundesweit die schrittweise Ermöglichung einer zweigliedrigen Schulstruktur befürworten, welche auch unter den Bezeichnungen Zwei-Wege-Modell oder Zwei-Säulen-Modell in die Debatte Eingang gefunden hatte. Das ist nötig, so unser Leitsatz von Beginn an, weil "politisches Lagerdenken differenzierte Sachargumente, den pädagogischen Realitätssinn und damit Chancen für bildungspolitische Kompromisse in der Strukturdebatte zu überdecken droht". (2007)
Schulstruktur.com wird weiterhin einer parteipolitischen Verengung in der Diskussion entgegengewirken und zugleich helfen, den Blick über die Ländergrenzen zu erweitern. Wer sich von einer Veränderung der Schulstruktur, etwa durch eine verlängerte Grundschulzeit (Primarschule), die weitere Verkürzung, Beeinträchtigung oder eine nur taktisch zurückgestellte Abschaffung des Gymnasiums ein Allheilmittel gegen die akuten oder chronischen PISA-Krisen verspricht, springt ohnehin zu kurz.
Es macht zuversichtlich, dass es schon heute viele ermutigende Beispiele für sinnvolles Lernen, individuelle Förderung, qualitativ guten Unterricht und eine demokratische Schulkultur im öffentlichen Schulwesen gibt.
Der sogenannte 'Schulkompromiss' in NRW mit einer geplanten Einführung der Sekundarschule als weiterer Schulform ruft zunächst den Eindruck einer neuen Unübersichtlichkeit der Schulformangebote hervor.
Auf den zweiten Blick bietet sich jedoch die reelle Chance, dass sich in den Städten und Gemeinden angesichts zurückgehender Schülerzahlen ein flächendeckender Mix flexibler und wohnortnaher Schulangebote im Bereich der Sekundarstufe I etablieren wird, die in ihrer Kooperation mit den Oberstufen von Gymnasien, Berufskollegs und Gesamtschulen nach oben hin anschlussfähig sind. Inwieweit das neben Gymnasien und Gesamtschulen eher die neuen Sekundarschulen oder Realschulen sein werden, wird sich im Lichte der kommunalen Schulentwicklungsplanung, des Elternwillens, der Qualität der jeweiligen Schule sowie ihrer Anmeldezahlen lokal entscheiden.
In jedem Fall sollte der folgende Leitgedanke von schulstruktur.com aufgegriffen werden:
Für alle eine gute Schule wichtiger als e i n e Schulform für alle.
Dafür lohnen sich intensive Gespräche über Parteien- und Koalitionsgrenzen hinweg.
Freundliche GrüßeDer Wille zur Preisgabe dogmatischer Bastionen im Wettstreit integrativer und gegliederter Schulstrukturen hat bundesweit an Einfluss gewonnen. Das zeigt der jüngste Schulkonsens von SPD, CDU und den Grünen in Düsseldorf. Mündet der sinnlose "Kulturkampf" um Glaubenssätze zum 'einzig wahren Schulsystem', der allein auf dem Rücken von Schülern, Lehrern und Eltern ausgetragen wird, nun endlich in einen argumentativen Wettstreit um die Frage, wie die Qualität und Wertschätzung unseres öffentlichen steuerfinanzierten Schulsystems gewahrt und verbessert werden kann?
Gerade dieses öffentliche Schulsystem gilt es dauerhaft attraktiv, international sowie qualitativ konkurrenz- und damit zukunftsfähig zu machen. Eine Egalisierung, Standardsenkung und das Kleinreden von Leistungsanforderungen nützt jedenfalls nur jenen geschäftsmäßigen Anbietern, die Bildung und Erziehung zur hochpreisigen Ware machen wollen.
Es besteht Hoffnung, dass eklatante politsche Fehler zukünftig der Vergangenheit angehören: Während etwa die CDU in der damalig von Ministerpräsident Rüttgers geführten CDU/FDP-Landesregierung in Düsseldorf zu lange an der traditionellen Schulstruktur festgehalten und den Akzeptanzverlust der Hauptschule ignoriert hatte, wollte die SPD-Landespartei noch zu Beginn der Minderheitsregierung trotz innerparteilich ernsthaft und sachlich vorgetragener Warnungen flächendeckend und verbindlich die sogenannte Gemeinschaftsschule als die 'Eine Schule für alle' einführen.
Dieses ideologische Ziel scheint nun ebenso dauerhaft vom Tisch wie der Verfassungsrang der Hauptschulen. Warum das starre Festhalten am Bestehenden ebenso in eine bildungspolitische Sackgasse führen musste wie der per Gerichtsentscheid gestoppte Modellversuch Gemeinschaftsschule nach dem Koalitionsvertrag der rot-grünen Minderheitsregierung, darüber können Sie auf schulstruktur.com auch rückblickend Informationen und Meinungen finden.
Schulstruktur.com wollte in den vergangenen Jahren jenen Stimmen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Publizistik und dem Bildungswesen Gehör verschaffen, die bundesweit die schrittweise Ermöglichung einer zweigliedrigen Schulstruktur befürworten, welche auch unter den Bezeichnungen Zwei-Wege-Modell oder Zwei-Säulen-Modell in die Debatte Eingang gefunden hatte. Das ist nötig, so unser Leitsatz von Beginn an, weil "politisches Lagerdenken differenzierte Sachargumente, den pädagogischen Realitätssinn und damit Chancen für bildungspolitische Kompromisse in der Strukturdebatte zu überdecken droht". (2007)
Schulstruktur.com wird weiterhin einer parteipolitischen Verengung in der Diskussion entgegengewirken und zugleich helfen, den Blick über die Ländergrenzen zu erweitern. Wer sich von einer Veränderung der Schulstruktur, etwa durch eine verlängerte Grundschulzeit (Primarschule), die weitere Verkürzung, Beeinträchtigung oder eine nur taktisch zurückgestellte Abschaffung des Gymnasiums ein Allheilmittel gegen die akuten oder chronischen PISA-Krisen verspricht, springt ohnehin zu kurz.
Es macht zuversichtlich, dass es schon heute viele ermutigende Beispiele für sinnvolles Lernen, individuelle Förderung, qualitativ guten Unterricht und eine demokratische Schulkultur im öffentlichen Schulwesen gibt.
Der sogenannte 'Schulkompromiss' in NRW mit einer geplanten Einführung der Sekundarschule als weiterer Schulform ruft zunächst den Eindruck einer neuen Unübersichtlichkeit der Schulformangebote hervor.
Auf den zweiten Blick bietet sich jedoch die reelle Chance, dass sich in den Städten und Gemeinden angesichts zurückgehender Schülerzahlen ein flächendeckender Mix flexibler und wohnortnaher Schulangebote im Bereich der Sekundarstufe I etablieren wird, die in ihrer Kooperation mit den Oberstufen von Gymnasien, Berufskollegs und Gesamtschulen nach oben hin anschlussfähig sind. Inwieweit das neben Gymnasien und Gesamtschulen eher die neuen Sekundarschulen oder Realschulen sein werden, wird sich im Lichte der kommunalen Schulentwicklungsplanung, des Elternwillens, der Qualität der jeweiligen Schule sowie ihrer Anmeldezahlen lokal entscheiden.
In jedem Fall sollte der folgende Leitgedanke von schulstruktur.com aufgegriffen werden:
Für alle eine gute Schule wichtiger als e i n e Schulform für alle.
Dafür lohnen sich intensive Gespräche über Parteien- und Koalitionsgrenzen hinweg.
Peter Pahmeyer
Online seit August 2007
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